Gute Nachricht für uns Menschen

 

Gott wartet in Liebe

Zurzeit macht uns das Corona-Virus große Probleme. Schulen, Kindergärten und andere öffentliche Einrichtungen sind geschlossen, Betriebe legen ihre Produktion still, Geschäfte haben zu, es gilt ein Versammlungsverbot, man muss soziale Kontakte meiden und darf Verwandte und Freunde nicht besuchen. Es sind schmerzhafte Einschränkungen und Einschnitte in unserem Leben, die nur noch unsere hochbetagten Mitbürger aus Kriegszeiten kennen.

Doch das Schlimmste, was uns passieren könnte, wäre,
wenn Gott sich zurückziehen würde. Der Leser denkt jetzt vielleicht: Gott vermisse ich nicht. Ich sehe ihn ja nicht. Und wenn er existiert, warum lässt er diese weltweite Katastrophe zu? Ich möchte ins Gedächtnis rufen, dass unser menschliches Auge dieses Virus, das die Welt gerade lahmlegt, auch nicht sehen kann, obwohl es omnipräsent ist. Und die Frage ist doch berechtigt, ob Gott die Menschen durch dieses unsichtbare Virus nicht auf sich aufmerksam machen möchte? Das Virus ist in unserer Wahrnehmung zwar schlimm und sein Verlauf nicht selten tödlich, aber zuvor hat der Mensch sich durch Selbstüberhebung und Unglauben von Gott abgewandt und sich damit ein wirklich tödliches Virus eingehandelt – die Sünde.

Vielleicht lässt Gott dies alles zu, damit wir Menschen endlich direkt zu ihm kommen. Denn gegen Sünde und Tod gibt es ein Heilmittel. Jesus Christus ist am Kreuz für unsere Sünden gestorben und hat so den Weg zu Gott frei gemacht. In seiner großen Liebe wartet Gott auf uns, wie der Vater auf den verlorenen Sohn. Von diesem heißt es: „Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Während er aber noch ferne war, sah ihn sein Vater und wurde von Mitleid ergriffen, eilte ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn voller Liebe.“ 1

Der Weg zu Gott ist immer offen für uns alle: rund um die Uhr, denn Gott schläft und schlummert nicht2; er spricht unaufhörlich durch sein Wort, die Bibel, und er hört, wenn wir zu ihm schreien: „In meiner Bedrängnis rief ich den Herrn an und schrie zu meinem Gott. Da erhörte er meine Stimme von seinem Tempel und mein Schreien kam vor ihn zu seinen Ohren“.3 Denn: „Der das Ohr gestaltet hat, sollte er nicht hören?“ 4

Plagen uns Schuld und Sünden, können wir sie Gott direkt bekennen und er vergibt sie uns: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns von aller Ungerechtigkeit reinigt.“ 5

Wir können offen und ehrlich unser Herz vor ihm ausschütten: „Vertraut ihm allezeit, Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsre Zuflucht“ 6 – auch wenn Gott unser Herz besser kennt als wir selber: „Wenn unser Herz uns beschuldigt, ist Gott größer als unser Herz und kennt alle Dinge.“ 7

Nehmen wir doch diesen einzig richtigen Weg zu Gott, denn Jesus sagt von sich: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“ 8

1 Lukas 15:20
2 Psalm 121:4
3 Psalm 18:7
4 Psalm 94:9a
5 1. Johannes 1:9
6 Psalm 62:9
7 1. Johannes 3:20
8 Johannes 14:6

 


Krise und Chance

Wir erleben momentan eine sehr außergewöhnliche Situation, welche die meisten von uns noch nie in diesem Ausmaß erfahren haben. Ein kleines Virus, das man nicht mal mit bloßem Auge sehen kann, drückt die ganze Menschheit an die Wand. Alles, was uns so sicher und stabil erschien, gerät ins Wanken: Die Gesellschaft, die Wirtschaft, das Gesundheitssystem… Wir sehen, wie die menschlichen Fähigkeiten an ihr Ende kommen. Die meisten Menschen sind verunsichert, haben Angst, mitunter sogar Panik.

Doch es gibt eine gute Nachricht in dieser beängstigenden Situation. ...
Die Bibel spricht davon, dass Gottes Reich „nicht erschüttert werden kann“, es ist „ein unerschütterliches Reich“ 1. Wie können wir in dieses Reich hineinkommen? Jesus gibt die Antwort in Johannes 3:3: „Es sei denn, dass jemand von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ Und kurz darauf beschreibt er auch, wie man „von neuem geboren“2 werden kann: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einziggeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.“ 3 Wenn wir an Jesus Christus glauben, kommen wir in das Reich Gottes hinein und werden Gottes Kinder.

Ist das nicht eine wunderbare Botschaft, in dieser unruhigen Zeit? Als Gottes Kinder können wir tiefen Frieden erfahren und müssen selbst vor dem Tod keine Angst mehr haben: „und die befreite, die durch Furcht vor dem Tod ihr Leben lang in Sklaverei gehalten wurden.“ 4

„Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Drangsal, aber seid mutig, ich habe die Welt überwunden.“ 5

In dieser Zeit, in der alles so sichtbar erschüttert wird, ist es klug nach dem zu fragen, was bleibt, was fest und sicher ist. Nur in Gott finden wir Menschen eine wirklich echte Sicherheit und Stabilität. Er gibt uns auch eine Hoffnung, die ewig bleibt. Ob wir ihn schon kennen oder noch nicht, lasst uns ihn neu suchen, er wartet auf jeden Einzelnen in Liebe:

„Naht euch zu Gott und er wird sich zu euch nahen.“ 6

1 Hebr. 12:27-28
2 Joh. 3:3
3 Joh. 3:16
4 Hebr. 2:15
5 Joh. 16:33
6 Jak. 4:8

 


 

Was für ein Evangelium!

„Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet in dem Sohn, den er zum Erben aller Dinge gesetzt, durch den er auch das Universum gemacht hat: Er, welcher die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Abdruck seines Wesens ist und alle Dinge trägt durch das Wort seiner Kraft und die Reinigung von den Sünden vollbracht hat, er hat ich zur Rechten der Majestät in der Höhe niedergesetzt“ (Hebr. 1:1-3).

„Und das Wort wurde Fleisch und zeltete unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Einziggeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit“ (Joh. 1:14).

In unserer Zeit mit dem Herrn heute Morgen
haben wir die genannten Verse gelesen und „gegessen“. Es hat mich sehr berührt, was für einen wunderbaren Gott wir haben: Derjenige, durch dessen Wort der Kraft das Universum ins Dasein gerufen wurde, ist derselbe, der auch alle Dinge durch dieses selbe Wort trägt, und er ist derselbe, der die Reinigung von unseren Sünden vollbracht hat! Diese Reinigung von unseren Sünden aber hat er nicht einfach durch sein Wort – Ihr seid alle gereinigt! – vollbracht, sondern dafür hat er mit seinem Leben bezahlt! Dafür ist er als das Wort Fleisch geworden, hat 33 ½ Jahre unter uns Menschen gelebt, hat viel gelitten und sich am Ende von seinen Geschöpfen schmähen und verspotten und ans Kreuz schlagen lassen. Er, der durch und durch rein und ohne Sünden war, hat die Sünden der ganzen Welt auf sich geladen und durch seinen stellvertretenden Tod weggenommen. Damit hat er den Willen des Vaters getan. Der Vater hat ihn dafür vom Tod auferweckt und mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt (vgl. Hebr. 2:9). Er hat ihn zu seiner Rechten in den Himmeln niedergesetzt und ihm den Namen gegeben, der über jeden Namen ist. In diesem Namen können wir heute gerettet werden:

„Und in keinem anderen ist die Errettung; denn es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir errettet werden müssen“ (Apg. 4:12).

Dieser Sohn Gottes liebt uns mit einer Liebe, die unsere Vorstellung weit übersteigt. Und er wartet darauf, dass sich Menschenherzen öffnen und in eine Beziehung mit ihm kommen. Das, was uns Menschen von dem heiligen Gott getrennt hat – unsere Sünde – ist nicht mehr. Das können wir im Glauben für uns in Anspruch nehmen und Ihm dafür danken. Der Herr will in jedes Herz hineinkommen, das sich ihm öffnet. Du kannst ganz einfach anfangen, mit ihm zu reden. Danke ihm dafür, dass er deine Sünden am Kreuz weggenommen hat und nimm ihn in dein Herz auf.

Für mich ist die tägliche Gemeinschaft mit dem Herrn – sowohl allein als auch mit anderen – das Highlight jedes Tages, und ich habe den Wunsch, dass diese Gemeinschaft jeden Tag zunimmt. Ich spüre auch, wie sehr der Herr sich nach Gemeinschaft mit uns Menschen sehnt – dafür hat er ja auch den hohen Preis bezahlt.


 

Ein Leserbrief in der Tageszeitung „Dolomiten“ vom 12.10.2019

Folgenschwer
Entscheidungen gegen Gott
Beunruhigt schaut die Menschheit in die Zukunft wegen des Klimawandels, und viele Staats- und Regierungschefs hörten kürzlich den Aufschrei der Jugend. Schon vor 2.000 Jahren kam es zu einer folgenschweren Entscheidung der damaligen Herrscher und religiösen Führer, nämlich den „Urheber des Lebens“ (Apg.3:15) und „Herrn der Herrlichkeit“ (1.Kor.2:8) zu kreuzigen.
Diese Entscheidung gegen Gott förderte die zerstörerische Entwicklung, vor deren Folgen die Jugend nicht mehr bereit ist, die Augen zu verschließen. Gott hingegen geht mit Jesus weiter, den er von den Toten auferweckt und zum Herrn und Christus gemacht hat (Apg.2:36). „Ihn muss der Himmel aufnehmen bis zu den Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge, wovon Gott durch den Mund seiner heiligen Propheten seit alters geredet hat“ (Apg.3:21).
Heute gilt es eine Entscheidung zu treffen, die dem Willen Gottes entspricht, um an dieser Wiederherstellung teilzuhaben. Das Werk Gottes beginnt im Herzen eines jeden Menschen. Gott will, dass jeder Jesus in sein Herz aufnimmt. Wer diese Entscheidung trifft, nimmt den auf, der sagen kann: „Ich bin das Leben“ (Joh.14:6), und schätzt das Leben.

O. Stampfl, Bozen


 

Wir haben ihn missverstanden

Nichts macht uns Menschen mehr zu schaffen, als missverstanden zu werden. Immer wieder erfahren wir, wie unsere besten Absichten missverstanden und als böse ausgelegt werden und wie unserer Liebe misstraut wird. Unter allen enttäuschenden Erfahrungen ist gerade dieses Missverstandenwerden das, was uns am meisten betrübt. Ich möchte euch aber sagen, wer der am meisten Missverstandene im ganzen Universum ist: Gott. Er wird nicht nur von einigen missverstanden, sondern ohne Ausnahme von allen.

Vor kurzem las ich in der Zeitung von einem alten Prediger, dem ein junger Mann auf der Straße fast mit Tränen in den Augen von einer schlimmen Sache erzählte, die ihm widerfahren sei. Zwei- bis dreimal versuchte der Prediger, ihn zu unterbrechen mit der Frage, was denn das für eine schlimme Sache sei, aber er bekam jedes Mal nur zur Antwort, es sei einfach schrecklich, wobei der junge Mann den Brief eines Rechtsanwalts aus der Tasche zog. Der Prediger fragte ihn, ob er denn diesen Brief schon gelesen habe, und erhielt zur Antwort: „Nein, ich wagte nicht, solch einen Brief zu lesen. Von einem Rechtsanwalt kommt mit Sicherheit keine gute Nachricht.“ Der Prediger bot sich an, den Brief für ihn zu lesen. Was stand in dem Schreiben? Der Rechtsanwalt teilte dem Empfänger mit, dass ein reicher Verwandter von ihm verstorben sei und ihm ein großes Erbe hinterlassen habe und dass er doch deshalb bei Herrn Soundso vorsprechen solle.

Freunde, vielleicht ist eure Haltung gegenüber Gott gar nicht viel anders als die Haltung dieses jungen Mannes. Immer, wenn ihr von Gott hört, wird es euch unwohl in eurer Haut – als ob dieser Gott kalt und unnahbar wäre und keine guten Absichten mit uns hätte. Heute gibt es zwei Kategorien von Menschen. Die einen haben Jesus Christus durch den Glauben angenommen, die anderen aber glauben noch nicht. Die Gläubigen können bezeugen, dass ihnen, bevor sie an Gott glaubten, jedes Mal sehr unbehaglich zumute war, wenn sie von Gott hörten – genau wie jenem jungen Mann, als er den Brief des Rechtsanwalts bekam. Nachdem sie dann aber zum Glauben gekommen waren und entdeckt hatten, wie Gott wirklich ist, bedauerten sie sehr, dass sie nicht schon früher gläubig geworden waren.

Jesus Christus ist viel mehr als das Erbe, das jener junge Mann in Empfang nehmen sollte. Gott sagt: „… damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben habe“ (Joh. 3:17). Dieses Leben ist das Leben Gottes. Gott will uns sein eigenes Leben geben. Das kann ich wirklich bezeugen. Ich möchte euch ermutigen, nicht zu zweifeln und euch auch keine Vorstellungen zu machen, sondern offen zu hören, was Gott sagt. Dann werdet ihr wissen, was für ein Gott er ist. Jeder von uns macht sich irgendwelche komischen, schrecklichen Vorstellungen von Gott.

Beim Besuch meiner Verwandten begegnete ich einmal einem Professor. Ich fragte ihn, ob er denn nicht an Jesus Christus glaube, worauf er erwiderte: „Euer Gott ist schlecht. Er hat dort im Himmel nichts anderes zu tun, als die Menschen dauernd zu beobachten und Punkt für Punkt alle ihre Schulden und Sünden aufzuschreiben, um sie später dann auf Grund dieser Aufzeichnungen zu richten und in die Hölle zu werfen. Euer Gott hat kein gutes Herz, er verurteilt nur und freut sich daran, Menschen in die Hölle zu schicken.“ Wie sehr hat auch er Gott missverstanden! Und vielleicht hegt ihr in euch sogar das gleiche Missverständnis.

Aber ich möchte euch hier bezeugen, ich kenne meinen Gott. Lasst mich euch etwas von ihm erzählen. Dann werdet ihr diesen Gott nicht mehr loslassen wollen. Hört das Wort Gottes: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einziggeborenen Sohn gab“ (Joh. 3:16). Gott ist Liebe. Er denkt nicht nur an dich, passt nicht nur auf dich auf, sorgt nicht nur für dich, ist dir nicht nur voller Barmherzigkeit zugetan, sondern er liebt dich.

Vor einigen Tagen ging ich in einem Park spazieren und begegnete dort einem ehemaligen Schulkameraden. Ich ermutigte ihn mehrmals, an Jesus zu glauben, aber er wollte nicht. Ich weinte fast um ihn. Wenn er doch nur die Liebe Gottes erkennen würde! Was die Menschen an Gott am meisten missverstehen, ist seine Liebe. Vielleicht bist du voller Zweifel: „Kann Gott denn einen Menschen wie mich überhaupt retten wollen? Ist er ein solcher Gott, der mich retten will?“ Ja, ein solcher Gott ist er. Er hat nicht nur Mitleid mit dir und möchte dir auch nicht nur helfen, sondern er liebt dich. Von Anbeginn und bis jetzt ist das Größte an Gott seine Liebe zu uns. Nachdem der Mensch gefallen war, bestand Gottes erste Reaktion darin, dass er ihm Liebe bewies. Gott liebt die Welt, das heißt, er liebt die Menschen. Wie sehr sehnt er sich danach, dass sie alle gerettet werden! Du meinst vielleicht, er sei streng und voller Zorn und lehne es ab, dass du dich ihm nahst. Aber Gott gab uns die Bibel, sein Wort, um uns zu sagen, dass er Liebe ist und uns liebt. Du bist ein Sünder, aber Gott liebt dich. Du hast dich von ihm entfernt, und dennoch liebt er dich.

Wieder und wieder sandte er seine Knechte, um uns zu sagen, wie sein Herz ist. Gott sagt: „Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, dass sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie seiner vergäße, so will ich doch deiner nicht vergessen“ (Jes. 49:15). Wie sehr liebt er uns! Das beste Beispiel dafür finden wir in Jeremia 3:1 und 12, wo Gott sagt: „Wenn sich ein Mann von seiner Frau scheidet und sie geht von ihm und gehört einem andern, darf er sie auch wieder annehmen? Ist’s nicht so, dass das Land unrein würde? Du aber hast mit vielen gehurt und solltest wieder zu mir kommen? … Kehre zurück, du abtrünniges Israel“. Der Herr liebt wirklich die Sünder. Es ist für uns Menschen jedoch schwer, dies zu glauben. Wir können uns einfach nicht vorstellen, dass Gott tatsächlich Liebe ist. Aber er hat uns geholfen, es zu glauben, indem er selbst auf diese Erde kam und ein Mensch wurde. In dem Menschen Jesus Christus kam Gott zu uns und hat uns seine Liebe offenbart.

Vor etlichen Jahren hatte ich mich an einen einsamen Ort in den Bergen Südchinas zurückgezogen, um mich zu erholen. Ich genoss besonders die Schönheit der Natur und erfreute mich daran, die kleinen, lebhaften Vögel zu beobachten, wie sie so frei und unbeschwert umherflogen. Eines Tages fiel mein Blick auf eine Schar kleiner Sperlinge, die draußen im Garten begierig einige übriggebliebene Reiskörner aufpickten. Ihr Anblick fesselte mich. Ich stand auf, um ihnen noch mehr Reis zu geben. Aber als ich mich ihnen näherte, schreckten sie auf und flogen davon. Erst als ich wegging, kamen sie wieder zurück. In mir war nicht die ge- ringste Absicht, sie zu fangen oder ihnen irgend etwas anzutun. Ich wollte nur, dass ihr Hunger ganz gestillt wurde, und es tat mir Leid, dass sie sich nicht in meine Nähe wagten. Aber ich konnte ihnen nicht zu verstehen geben, was in meinem Herzen war. Sie flogen einfach weg. Dann kam mir der Gedanke, wie anders es doch gewesen wäre, wenn ich ihre Sprache sprechen und mich ihnen so hätte verständlich machen können. Wäre ich fähig gewesen, mich in einen Sperling zu verwandeln, in einen Sperling wie sie, dann hätte ich ihnen als ihresgleichen sagen können, was ich wollte, und sie hätten mich nicht mehr missverstanden.

Freund! Es geht Gott genauso mit uns. Er liebt uns, und er möchte, dass wir zu ihm kommen. Aber wir verstehen ihn nicht. In Gottes Wort lesen wir, dass Gott vorzeiten durch die Propheten vielfältig und auf vielerlei Weise zu uns Menschen geredet hat, um uns klar zu machen, wie sehr er uns liebt; und doch haben wir ihn nicht verstanden. Gott hatte keinen anderen Weg, als selbst auf diese Erde zu kommen und ein Mensch zu werden. Von diesem Menschen haben wir schon oft gehört – er heißt Jesus. Wenn ich mich in einen Vogel verwandelt hätte, würdet ihr sagen, ich hätte mich erniedrigt. Gott wurde ein Mensch – er hat sich noch viel mehr erniedrigt. Ja, der allmächtige Gott wurde ein Mensch wie du und ich. Welch eine Erniedrigung! Er, Gott, der Schöpfer des ganzen Universums, entäußerte sich selbst und nahm Menschengestalt an. Welch eine Liebe! Ich muss euch sagen: Sein ganzes Leben lang und in allem, was er auf dieser Erde tat, hat Jesus die Liebe Gottes zu uns Menschen offenbart. Wenn wir sein Leben betrachten, werden wir feststellen, dass Jesus nicht nur ein guter Mensch war, sondern Gott selbst in der Gestalt eines Menschen. Wir dachten vielleicht, Gott wolle uns bestrafen; aber er wurde Mensch, damit wir erkennen sollten, wie er wirklich zu uns steht. Denn wie Jesus ist, so ist auch Gott. Sein Leben auf dieser Erde diente nur dazu, uns verständlich zu machen, was im Herzen Gottes ist. In Jesus kommt Gott zum Ausdruck. Alles, was Jesus tat, offenbart die Haltung Gottes uns Menschen gegenüber.

Einmal kam ein Aussätziger zu Jesus, flehte ihn an und sprach zu ihm: „Wenn du willst, kannst du mich reinigen“ (Mk. 1:40). Jesus aber, innerlich bewegt, streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm: „Ich will, sei gereinigt!“ (V. 41). Wie schmutzig und abstoßend ist doch ein Aussätziger! Und ein Wort von Jesus hätte genügt, um ihn zu reinigen. Aber nein, Jesus streckte die Hand aus und rührte ihn an. Gott streckt die Hand aus. Wie sehr liebt er uns Menschen! Er begegnet uns, als ob er sagen wollte: „Warum wollt ihr Menschen nicht zu mir kommen? Sobald ihr nur einen kleinen Schritt auf mich zu tut, strecke ich euch meine Hand entgegen.“

Einmal wurde eine Frau, die Ehebruch begangen hatte, festgenommen und zum Herrn gebracht. Die Leute, die sie gebracht hatten, fragten Jesus: „Nach dem Gesetz soll diese Frau gesteinigt werden. Was sagst du?“ Der Herr konnte nicht sagen, dass sie unschul- dig sei, aber er wollte auch nicht, dass sie gesteinigt würde. Daher sagte er: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie … Als sie das aber hörten, gingen sie hinaus, einer nach dem anderen, die Ältesten voran; und er blieb allein zurück und die Frau, die in der Mitte stand. Da richtete Jesus sich auf und sprach zu ihr: Frau, wo sind sie? Hat dich niemand verurteilt? Und sie sagte: Niemand, Herr. Jesus aber sprach: Ich verurteile dich auch nicht; gehe hin und sündige von jetzt an nicht mehr“ (Joh. 8:7–11).

Lieber Freund, wenn du noch nicht an den Herrn glaubst, so lass mich dir sagen: Gott hasst dich nicht, Gott liebt dich. Es war einmal ein Zöllner namens Matthäus, der hatte ein Fest vorbereitet und viele Zöllner und Sünder zusammen mit Jesus eingeladen. In der damaligen Zeit waren die Zöllner sehr verachtet. Die Juden standen unter römischer Herrschaft, und sie betrachteten es als absolut niederträchtig, wenn ein Jude für die Römer arbeitete und die eigenen Landsleute ausbeutete. Auch wir hätten damals sicherlich nicht mit Zöllnern an einem Tisch sitzen wollen. Wir hätten befürchtet, in Verruf zu kommen, wenn wir mit solchen Menschen zusammen gegessen hätten und dies an die Öffentlichkeit gelangt wäre. Doch Jesus ging hin. „Und die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten murrten gegen seine Jünger und sagten: Warum esst und trinkt ihr mit den Zöllnern und Sündern? Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, die Gerechten zu rufen, sondern die Sünder zur Buße“ (Luk. 5:30–32). Damit zeigt Jesus uns das Herz Gottes.

Vielleicht denkst du: „Ich bin ein schlimmer Mensch, ein Dieb, ein Unzüchtiger, ein Lügner und ein schmutziger Sünder. Ich weiß nicht, ob Gott einen Sünder wie mich aufnimmt.“ Doch der Herr zeigt dir in dieser Geschichte, was für ein Herz er hat, damit du erkennst, dass Gott dich liebt und dich haben will. Der Herr ist ein Arzt, der seinen Patienten liebt. Viele haben sich schon vorgenommen, ab sofort nicht mehr ärgerlich zu werden, nicht mehr um Geld zu spielen oder ins Kino zu gehen und ein guter Mensch zu werden. Aber spätestens nach einigen Tagen fallen sie wieder zurück. Dann denken sie, Gott liebe sie bestimmt nicht und werde sie bestrafen. Aber noch einmal sage ich dir: Gott liebt dich. Du musst deine eigene Vorstellung fallen lassen, damit du sehen kannst, dass Gott dich liebt.

Während des ersten Weltkrieges brachte ein Prediger ein Mädchen zum Glauben. Dieses Mädchen wurde später Krankenschwester beim Roten Kreuz; ihr Glaube ließ nach, und ihre Liebe zum Herrn erkaltete. Eines Tages traf sie jenen Prediger wieder. In der bösen Absicht, das Herz des Predigers zu verletzen, sagte sie zu ihm: „Ich lebe heute ohne Jesus sehr glücklich auf der Erde.“ Er entgegnete: „Es mag sein, dass du ohne Jesus glücklich leben kannst, doch der Herr ist nicht glücklich ohne dich.“ Das ist wahr. Gott freut sich, wenn er uns gewonnen hat. Er hat nicht nur Mitleid mit uns, er kümmert sich nicht nur um uns, sondern er liebt uns. Seine Liebe ist tiefer als die Liebe einer Mutter und die Liebe eines Ehepartners. Gott liebt dich.

Weil Gott uns liebt und weil er Liebe ist, hat er in Jesus Christus zwei Dinge getan, um uns von der Sünde zu befreien. Der Grund dafür, dass die Welt Gott nicht liebt und nicht zu ihm kommt, ist nur einer: Wir haben alle gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes (Röm. 3:23). Alle Sünder werden verloren gehen (Joh. 3:16). Deshalb ist Gott selbst in Jesus Christus gekommen, um am Kreuz für unsere Sünden zu sterben. Wer an ihn glaubt, wird nicht mehr verloren gehen, sondern vielmehr das ewige Leben haben. Dies ist eine gute Nachricht für alle.

Der Mensch braucht nur eine einzige Sünde zu begehen – nur eine Sekunde lang –, und schon ist er ein Kandidat für die Hölle. Hast du die Gewissheit, dass du es auch nur ein Jahr, ja nur einen Monat, sogar nur einen Tag lang schaffen kannst, nicht zu sündigen? Hast du niemals eine schlechte Tat begangen, ein schlechtes Wort gesagt, einen schlechten Gedanken gehegt? Gott hasst die Sünde. Unsere Empfindlichkeit, unser Abscheu gegenüber der Sünde macht nicht ein- mal einen Bruchteil des Abscheus aus, den Gott ihr gegenüber empfindet. Was wir gegenüber einer großen Sünde wie beispielsweise Mord empfinden, ist immer noch sehr viel schwächer als der Abscheu Gottes schon vor einer so kleinen Sünde wie etwa einer Lüge. Gott weiß, dass alle Menschen gesündigt haben. Deshalb blieb ihm nur eine einzige Möglichkeit – dass er nämlich selbst kam, ein Mensch wurde und alle unsere Sünden auf sich nahm. Dies ist das erste große Werk Gottes, worin sich sein Herz und seine Liebe zu uns offenbaren. Da wir Sünder sind und gesündigt haben, starb Jesus für uns. Nun sind wir aber trotzdem noch fähig, weiter zu sündigen. Deshalb gibt Gott uns den Heiligen Geist – seinen Geist, sein ewiges Leben –, damit dieser Geist in uns wohnt und wir durch ihn die Kraft haben, nicht zu sündigen. Dies ist das zweite große Werk Gottes, welches ebenfalls seine große Liebe zu uns zeigt. Gott gibt uns zwei große Gaben: erstens den Tod Christi für die Vergebung unserer Sünden und zweitens den Heiligen Geist, der in uns wohnt, so dass wir die Kraft haben, nicht mehr zu sündigen.

Liebe Freunde, wisst ihr nicht, wie schwer es ist, Sünden zu überwinden? Allein schon die Sache mit der Ehrlichkeit – wie viele unter uns sind ehrlich? Ich bin sehr weit herumgekommen und habe doch noch kaum einen ehrlichen Menschen getroffen. Schon wenn wir weniger sagen, als wir sagen sollten, ist dies eine Lüge, und genauso ist auch schon ein klein wenig Höflichkeit zuviel eine Unehrlichkeit. Wenn du versuchst, ein ehrlicher Mensch zu sein, wirst du entdecken, dass dies gar nicht so einfach ist. Ein Freund von mir wurde einmal überfallen. Der Räuber bedrohte ihn und fragte ihn, ob er Geld habe. Blitzschnell stellte er folgende Überlegung an: Ich bin ein Christ. Wenn ich sage, dass ich kein Geld habe, dann lüge ich. Wenn ich aber die Wahrheit sage, werde ich all mein Geld los. Er konnte nicht lügen und gab dem Räuber sein Geld. Viele lügen in der Not. Aber von der Ehrlichkeit gibt es keinen Urlaub; Lüge bleibt immer Lüge. Oder wie oft haben wir einen schlechten Gedanken und schaffen es nicht, ihn wegzuschicken. Oder wir empfinden Hass gegen jemanden und wollen ihm nicht verzeihen, oder wir übertreiben gerne, oder wir richten gerne, oder wir wissen alles besser und so weiter. Gott kennt alle unsere unzähligen Sünden.

Doch will er sie uns nicht nur vergeben, sondern uns auch mit seinem Heiligen Geist füllen. Dadurch werden wir befä- higt, nicht mehr zu sündigen. Wir sollen heilig sein, gleichwie er heilig ist (1.Petr. 1:16). Dies ist die Liebe Gottes. Was Gott tun wollte, hat er bereits vollbracht. Was unsere Errettung betrifft, gibt es auf Gottes Seite gar keine Frage mehr. Heute liegt die Entscheidung ganz bei dir. Willst du an den Herrn Jesus glauben oder nicht? Gott will nicht ohne dich sein. Viele von uns können mit der größten Gewissheit bezeugen, dass Gott uns Menschen liebt. Ich möchte euch noch ein paar Worte aus dem Munde Jesu sagen: „Jerusalem, Jerusalem, das die Propheten tötet und die steinigt, die zu ihr gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder sam- meln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel sammelt; und ihr habt nicht gewollt!“ (Mt. 23:37). Gott will, aber der Mensch will nicht. Der Herr weinte über Jerusalem. Er liebte die Menschen in dieser Stadt und wollte sie retten, aber sie lehnten die Errettung ab.

Wenn du dies heute liest und erkennst, dass du ein Sünder bist, sagt dir der Herr: „Ich liebe dich und will dich retten. Willst du das nicht annehmen?“ Auf Gottes Seite gibt es kein Hindernis mehr. Nun bist du am Zug. Willst du oder willst du nicht? Wenn du dieses Evangelium hörst und es ablehnst und verloren gehst, kannst du die Schuld dafür nicht mehr Gott anlasten. An einer anderen Stelle der Bibel, in 1.Timotheus 2:4, lesen wir von dem Retter-Gott, „der will, dass alle Menschen gerettet werden und zur vollen Erkenntnis der Wahrheit kommen“. Dies ist der Wunsch Gottes. Und wieder an einer anderen Stelle sagt der Herr:„… und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu haben“ (Joh. 5:40). Es ist nicht so, dass Gott uns das Leben nicht geben wollte, im Gegenteil, aber die Menschen wollen es nicht haben. Heute, wenn du dem Herrn gegenüber auch nur ein klein wenig das Verlangen hast, gerettet zu werden, wahres Leben zu empfangen, von den Sünden befreit zu werden und in das Reich Gottes zu kommen, so wirst du dies alles mit Sicherheit erhalten. Gott möchte es dir ja geben, und es ist ihm eine Freude, es dir zu geben. Ein Prediger in London hat einmal jemanden mit einem einzigen Satz zum Herrn geführt: „Der Riegel an der Tür zum Himmelreich ist auf deiner Seite angebracht.“ Dieser Satz ist treffend. Der Riegel ist auf deiner Seite. Wenn du ihn nicht öffnest, ist es deine eigene Schuld. Wäre er auf der Seite Gottes, dann müsstest du darauf warten, dass Gott aufmacht. Aber so hängt die Entscheidung von dir ab.

Zum Schluss noch eine wahre Begebenheit: Ein Professor in England, der Christ war, hatte vier Söhne. Täglich versammelte sich die Familie zum Gebet, doch der jüngste Sohn suchte immer einen Vorwand, um nicht dabei sein zu müssen. Eines Tages kam er heim und hörte, wie seine Mutter mit folgenden Worten für ihn betete: „Herr, mein vierter Sohn ist ein Verschwender und fürchtet dich nicht.“ Dieses Gebet beleidigte ihn so sehr, dass er von zu Hause wegging, nachdem er seinen Eltern eine Nachricht hinterlassen und etwas vom Geld seines Vaters genommen hatte. Zuerst wohnte er in einem großen Hotel, und dann wohnte er bei einem Freund, bis zum Schluss der Freund ihn nicht länger beherbergen konnte und er in ein kleines Gasthaus umziehen musste. Schließlich ging ihm das Geld aus, und er kam in Not. Er wollte zurück nach Hause, schämte sich aber. Deshalb kehrte er um Mitternacht heim. Er wollte durch ein Fenster ins Haus einsteigen, fand jedoch alle Fenster geschlossen. So musste er es doch an der Haustür versuchen. Die Tür war nicht zugeschlossen. Als er hineinging, fand er seinen Vater im Zimmer sitzen. Er versuchte noch, sein Gesicht zu wahren, und sagte: „Warum seid ihr so unvorsichtig und lasst die Tür offen?“ Der Vater antwortete: „Mein Sohn, seit dem Tag, da du weggegangen bist, ist die Tür nie abgeschlossen worden – über ein Jahr lang.“

Lieber Freund, so ist das Herz eines Vaters, so ist die Liebe eines Vaters. Die Tür war nie abgeschlossen. Auch Gottes Tür ist für den Sünder nie verschlossen. Alles hängt von dir ab. Du wirst gerettet, wenn du heute zu Gott sagst: „Ich bin ein Sünder. Ich habe dich missverstanden. Nimm mich bitte auf!“ Um uns zu zeigen, welch ein Herz Gott hat, gab uns der Herr Jesus das Beispiel vom verlorenen Sohn, den der Vater bei seiner Heimkehr voller Liebe küsste. Ich sage euch: Jesus ist für euch gestorben, und der Heilige Geist ist ausgegossen. Niemand muss mehr ewig verloren gehen, doch es hängt von dir ab. Vergiss nicht, dass Gott Liebe ist. Du wirst gerettet, wenn du zu Gott sagst: „Herr, ich bin ein Sünder; aber ich will dich haben.“ Dann wird Gott sich freuen, und du wirst dich mit ihm freuen.

WATCHMAN NEE

ISBN 3-88083-105-X
Aus dem Chinesischen übersetzt
Copyright der deutschsprachigen Ausgabe 1984
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